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Sprache - Öffentlichkeit - Identität:
Ausdrucksformen europäischer Minderheiten-Kulturen im 19. und 20. Jahrhundert, Potsdam, September/October 2000


Ankündigung

Sprache - Öffentlichkeit - Identität:
Ausdrucksformen europäischer Minderheiten-Kulturen im 19. und 20.
Jahrhundert.

Forschungskolloquium für Doktoranden in Zusammenarbeit mit der
Studienstiftung des deutschen Volkes, Bonn

Termin: 29.09. - 01.10.2000
Ort: Moses-Mendelssohn-Zentrum für europäisch-jüdische Studien (MMZ),
Am Neuen Markt 8, 14467 Potsdam, Tel. +49-(0)331 - 28094-0, Fax: -50
Moderation: Dr. Joachim Schloer, Universität Potsdam


In der wechselvollen Geschichte des europäischen Kulturraumes haben
Minderheiten -- seien sie religiös, ethnisch, national, sprachlich oder
geschlechtsspezifisch definiert -- von jeher eine entscheidende Rolle
gespielt. Dabei unterlagen sie in den west- wie osteuropäischen Mehrheits-
gesellschaften einerseits einem gewissen Akkulturationsdruck, fanden
jedoch andererseits auch zu eigenen Ausdrucksformen ihrer kulturellen
Identität. So manifestierte sich Minderheiten-Kultur -- bis heute -- in
eigenen "Teil-Öffentlichkeiten", sei es in der Sprache der Mehrheit, sei
es in anderen Sprachen. Welche gruppenspezifischen Identitäten sich im
Laufe der Zeit herausbildeten und wie sich jene nach außen über kulturelle
Hervorbringungen wie Presse, Literatur und Theater geäußert haben: all
dies kann von verschiedenen Faktoren bzw. Strategien abhängen. Besonders
die verwendete Sprache konnte bei Minderheiten eine zentrale Rolle
spielen. Denn in verschiedenen Mehrheitsgesellschaften -- wie z.B. der
deutschen oder der polnischen -- erhielt die "nationale Sprache" auf dem
Weg zur Nationsfindung einen überhöhten Status, der nicht ohne
Auswirkungen auf die jeweiligen Minderheiten bleiben konnte. Diesen und
ähnlichen Fragen wollen wir in unserem Forschungscolloquium auf breiter
kulturwissenschaftlicher Basis für das 19. und 20. Jahrhundert nachgehen
und herausfinden, welche Faktoren bei verschiedenen Minderheiten für ihre
kulturelle Repräsentanz welche Rolle gespielt haben und zu welcher
Verortung diese kulturelle Repräsentanzen in der Mehrheitsgesellschaft
geführt haben. Aufschlußreich für die gesamte Fragestellung des
Kolloquiums wären insbesondere auch methodische und definitorische
Überlegungen zu Begriffen wie "Identität" und "Öffentlichkeit".
Historische, philosophische oder literaturwissenschaftliche Themen sind
ebenso willkommen wie aktuellere Fragestellungen aus Soziologie,
Politologie, Psychologie oder auch den Rechstwissenschaften. Der Blick
soll darüberhinaus auf ganz Europa gerichtet werden.

Alle interessierten Promovierenden sind herzlich eingeladen, sich mit
Kurzreferaten an dem Kolloquium zu beteiligen. Eine finanzielle
Unterstützung -- auch für Nicht-Stipendiaten -- ist von der Studien-
stiftung des deutschen Volkes Bonn in Aussicht gestellt.

Informationen und Anmeldung bei:

Johannes Valentin Schwarz, M.A., Gubener Straße 38, 10243 Berlin, Tel.
+49-(0)30 - 29494421, Fax +49-(0)30 - 29494423, Mail:
jschwarz@rz.uni-potsdam.de

Katrin Steffen, M.A., Kopernikusstraße 1, 10243 Berlin, Tel. +49-(0)30 -
2948907, Mail: katrinst@zedat.fu-berlin.de

Internet: www.uni-potsdam.de/u/mmz/000mmz.htm