Department of Music

Louise Farrenc and the Reception of Classicism in France
Bremen, May 2004


Call for Papers

Louise Farrenc und die Klassik-Rezeption in Frankreich

Internationales Symposion der Fachgruppe Frauen- und Geschlechterforschung
in der Gesellschaft für Musikforschung


Am 31. Mai 2004 jährt sich der Geburtstag der französischen Komponistin Louise
Farrenc zum zweihundertsten Mal. Die Fachgruppe Frauen- und Geschlechterforschung in
der Gesellschaft für Musikforschung nimmt dies zum Anlass, vom 28. bis 31. Mai ein
Symposium zum Thema "Louise Farrenc und die Klassik-Rezeption in Frankreich" zu
veranstalten. Bekanntlich gehörte Farrenc zu der in ihrer Generation relativ kleinen
Zahl von Musikerinnen und Musikern, die sich in eigenen Werken -- abseits des
Opernbetriebs -- der musique sérieuse widmeten. Ihr Schaffen ist auch vor dem
Hintergrund des Repertoires der legendären Pariser Société des Concerts du
Conservatoire zu betrachten, die durch die Pflege der deutschen Symphonik, besonders
Beethovens, wesentliche Voraussetzungen hierfür schuf. Der deutsche künstlerische
Beitrag zur Auseinandersetzung mit Beethoven, etwa die Symphonien von Robert
Schumann, war dagegen vor 1850 in Paris ebenso unbekannt wie das symphonische
Schaffen von Franz Schubert; Mendelssohn Bartholdy indessen findet sich bereits ab
1842 gelegentlich in den Programmen.

Louise Farrenc, die -- der Bibliothekskatalog von Aristide Farrenc ist dafür ein
wichtiges Indiz -- selbst eine gute Kennerin der Werke Haydns, Mozarts und Beethovens
war, knüpft in ihren Werken an Beispiele aus der Wiener Klassik an; auch Einflüsse
Mendelssohns sind denkbar, allerdings nicht nachgewiesen. In Weiterführung aktueller
Studien zur Klassik- und Romantik-Rezeption in Frankreich soll das Symposium eine
Standortbestimmung ermöglichen und weiteren Forschungsbedarf aufzeigen. Die von der
Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte 14-bändige Kritische Werkausgabe Louise
Farrenc (hrsg. von Freia Hoffmann in Zusammenarbeit mit Christin Heitmann und
Katharina Herwig, Wilhelmshaven 1998 ff.) wird im Herbst 2003 abgeschlossen vorliegen
und bietet somit die lange erwartete Ausgangsbasis für die Untersuchung ihrer
Kompositionen.

Vorgesehen sind Referate, die sich mit dem Werk wie der künstlerischen und
pädagogischen Arbeit Louise Farrencs befassen. Zu thematisieren sind weiterhin die
musik-kulturellen Rahmenbedingungen ihres Schaffens (Institutionen des Musiklebens,
Konzertrepertoire, Musikausbildung, Verlagspolitik). Außerdem sollen Aspekte des
deutsch-französischen Kulturtransfers, besonders die Rezeption nationaler
Musiktradition im jeweiligen Nachbarland, Gegenstand des Symposions sein.

Zusätzlich wird jüngeren Musikwissenschaftlerinnen und Musikwissenschaftlern
Gelegenheit gegeben, ihre Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Frauen- und
Geschlechterforschung in Kurzreferaten zu präsentieren.

Tagungsort ist das Sophie Drinker Institut Bremen
http://www.sophie-drinker-institut.de/. Das Symposion wird vorbereitet von Prof.
Dr. Freia Hoffmann (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg/Sophie Drinker
Institut), Dr. des. Christin Heitmann (Sophie Drinker Institut), Dr. Beate Angelika
Kraus (Beethoven-Archiv Bonn) und Dr. Rebecca Grotjahn (Hochschule für Musik Köln).
Ein musikalisches Rahmenprogramm befindet sich in Vorbereitung.

Themenvorschläge mit abstract senden Sie bitte bis zum 31.10.2003 an: Dr. Rebecca
Grotjahn, Hochschule für Musik Köln, Dagobertstr. 38, 50668 Köln, oder
RebeccaGrotjahn@web.de.