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Monteverdis Poppea heute

Saarbrücken, 11. und 12. November 2005


Call for papers (deadline 27. August 2005)
für das interdisziplinäre Kolloquium

Tagungsort: vorauss. Akademieraum der Architektenkammer des Saarlandes in
Saarbrücken
      Veranstalter: Lehrstuhl für Romanische Philologie, FR 4.2
      Romanistik, Universität des Saarlandes (Prof. Dr. Susanne Kleinert)
      tertium comparationis. netzwerk für komparatistik e.V.

Anlass für das interdisziplinäre Kolloquium "Monteverdis Poppea heute" ist
die Uraufführung von PoppeaMaterial (Musik: Claas Willeke und Claudio
Monteverdi), einem Kompositionsauftrag von Netzwerk Musik Saar für die
Veranstaltungsreihe ITALIANITÀ  Italienische Kunst und Musik zwischen
Renaissance und Gegenwart. Die Aufführungen finden am 10. und 12. November
2005 in Saarbrücken, St. Mauritius  Opernstudio der Hochschule für Musik
Saar und in Köln am 18. und 19. November in der Alten Feuerwache
(Mitveranstalter kgnm, Kölner Gesellschaft für Neue Musik) statt.
Gemeinsam mit dem Komponisten Claas Willeke hat das Ensemble pazzaCaglia
ein Musiktheater in Kammerbesetzung konzipiert, das Neue Musik
(Kompositionsauftrag) mit Alter Musik (frühbarocke Opernszenen)
kombiniert. Diese Produktion möchten die Veranstalter durch ein
wissenschaftliches Kolloquium begleiten.

Aus literaturgeschichtlicher Perspektive ist das 16. und 17. Jahrhundert
von besonderer Bedeutung durch die Wiederentdeckung der aristotelischen
Poetik, die ihren Niederschlag in zahlreichen normativen Poetiken findet.
Diese Wiederentdeckung bleibt auch nicht ohne Einfluss auf das neu
entstehende Genre des dramma per musica. Das neue Genre wird dabei
durchaus als Rekonstruktion der antiken Tragödie verstanden, die nun als
"Musiktheater" gesehen wird. Einen weiteren Entwicklungsschub erhält das
Genre in Venedig durch die Gründung kommerzieller Opernhäuser seit 1637.
Monteverdi, der 1613 die Stelle des Markuskapellmeisters angetreten hat,
trägt mit zahlreichen Neuerungen, etwa der zunehmenden dramatischen
Funktionalisierung der Musik, und insbesondere mit seiner L'incoronazione
di Poppea (Aufführung im Karneval 1642/1643 im Teatro SS. Giovanni e
Paolo) zur  Weiterentwicklung der Gattung bei. Das letzte große Werk
Monteverdis gilt zugleich als die erste Oper, die, entgegen der älteren
Tradition, Stoffe der antiken Mythologie aufzunehmen, einen historischen
Stoff verarbeitet (Libretto von Giovanni Francesco Busenello).
Gleichzeitig steht thematisch eine "Anatomie der Liebe" in ihrem Zentrum. 

Die möglichen Anknüpfungspunkte des interdisziplinären Kolloquiums lassen
sich folgenden drei Bereichen zuordnen:

1. musikwissenschaftlich:

-     Inszenierungsgeschichte Poppea: historisch und aktuell (Vergleich der
      venezianischen und neapolitanischen Fassung von 1651, etc.)
-     zeitgenössische poetologische Äußerungen (etwa in den Briefen
Monteverdis oder in den Vorworten zu Druckausgaben)
-     musikalische Neuerungen durch Monteverdi
-     der Kontext der venezianischen Oper (Produktionsbedingungen, Rolle
der Sänger und Sängerinnen, Aufführungspraxis, Impresarialsystem etc.)
-     Gattungsvorstellungen: dramma per musica und weitere zeitgenössische
Bezeichnungen (opera regia etc.)
-     europäische Wirkungsgeschichte
      
2. komparatistisch, literaturwissenschaftlich:

-     Rezeption (genreübergreifend) des historischen Nero-Poppea-Stoffes
in Antike, Renaissance und Barock: z. B. Seneca, Sueton, Lohenstein
-     Neuere Rezeption (genreübergreifend) Nero-Poppea: z. B. Hubert
Fichte, Alexandre Dumas, Deszo Kostolanyi, Henryk Sienkiewicz, Robert
Ranke-Graves, Lion Feuchtwanger
-     Funktion und Bedeutung der Allegorie: Tugend, Amor, Fortuna
-     die Liebesthematik im Kontext von Renaissance und Barock
-     Topoi und Motive der Libretti
-     Einfluss der aristotelischen Poetik auf das Genre des dramma per 
musica
-     Primat des Textes gegenüber der Musik?
-     Stilmischung: Tragödie und Komödie

3. Bezug auf die Aufführung und Konzeption von PoppeaMaterial
      
-     Table Ronde mit Komponist, Regisseur, Dramaturgin und dem Ensemble
-     Kombination von Alter und Neuer Musik
-     aktuelle Möglichkeiten und Tendenzen Barockopern in der Gegenwart 
zur Aufführung zu bringen
-     Antike Stoffe im neuen Musiktheater

Die genannten Aspekte sind als Anregung gedacht und nicht als
Einschränkung auf genau diese Fragestellungen.

Abstracts (max. 300 Wörter) an die Organisatoren bis 27.08.2005. Die
Beiträge werden in einem Tagungsband veröffentlicht. Konferenzsprachen
sind Deutsch und Englisch.

Pro Referat sind 30 Minuten zuzüglich 10 Minuten Zeit zur Diskussion
vorgesehen.

Informationen zu Ablauf und Organisation der Tagung erteilt:
Lehrstuhl für romanische Philologie
Dr. Tatiana Bisanti     (t.bisanti@mx.uni-saarland.de)

tertium comparationis. netzwerk für komparatistik e. V.
Alexandra Neuschl, M.A. (a.neuschl@mx.uni-saarland.de)
Dr. Jörg Theis          (joerg.theis@mx.uni-saarland.de)


Anschrift:
Dr. Tatiana Bisanti
FR 4.2  Romanistik
Im Stadtwald
66123 Saarbrücken
Tel. [+49] (0681) 302-3514 oder 2335
Fax [+49] (0681) 302-4588


tertium comparationis. netzwerk für komparatistik e. V.
c/o Universität des Saarlandes (UdS)
FR 4.5 Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
Im Stadtwald
D-66123 Saarbrücken
Tel. [+49] (0681) 302-2825
Fax [+49] (0681) 302-2210
www.tertium-comparationis.de


Ergänzende Links:
www.netzwerk-musik-saar.de
www.kgnm.de
www.claaswilleke.de
www.pazzacaglia.de

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Last updated Tue, 14-Jun-2005 11:12 / GAC