Students at Royal Holloway,
University of London Royal Holloway,
University of London
 

Internationales Symposion:
Santa Maria dell'Anima. Zur Geschichte einer "deutschen" Stiftung in Rom

Deutsches Historisches Institut in Rom, Santa Maria dell`Anima, Rom, Via di Santa Maria dell`Anima 64, 29.-30.05.2006


Montag, 29.5.2006
1. Sektion (9.30-13.00 Uhr)
Leitung: Ludwig Schmugge

Johann Hörist
Begrüßung

Michael Matheus
Einleitung

Christiane Schuchard
Das päpstliche Exemtionsprivileg für das Anima Hospital vom 21. Mai
1406. Beobachtungen zur Geschichte der "Anima" im 15. Jahrhundert

Michael Matheus
Nikolaus von Kues, seine Familiaren und die Anima

Kirsi Salonen
Ehrenmitgliedschaft und Kuriengeschäfte. Santa Maria dell'Anima und die
Skandinavier im Mittelalter und in der frühen Neuzeit

2. Sektion (15.30-18.30 Uhr)
Leitung: Karl-Heinz Frankl

Rupert Klieber
Es ist bekanntlich verboten aus den Katakomben etwas mitzunehmen -- Das
Priesterkolleg Santa Maria dell'Anima und die Logistik von
Rompilgerzügen 1877-1914

Johan Ickx
"Zwischen Frieden und Krieg". Die Kriegergedächtniskapelle von Santa
Maria dell'Anima anno 1937

Dienstag, 30.5.2006
3. Sektion (9.30-13.00 Uhr)
Leitung: Hans Cools

Eva Reichart
Santa Maria dell'Anima als Hallenkirche. Architekturwahrnehmung um 1500
und heute

Nicole Hegener
Albrecht von Brandenburg und die Markgrafenkapelle in S. Maria dell'Anima

Rainer Heyink
Die Kirche als "nationalpolitische" Schaubühne. Zur Fest- und 
Musikgeschichte an S. Maria dell'Anima

4. Sektion (15.30-18.30)
Leitung: Anna Esposito

Luciano Palermo
Proprietà e rendita immobiliare nella Roma rinascimentale: il caso di
Santa Maria dell'Anima

Silvia Puteo
Le domus nell'isola di Santa Maria dell'Anima: politica dell'espansione
immobiliare teutonica


Konzert mit Werken von Christiaan van der Ameijden
Rom, Santa Maria dell'Anima
28. Mai 2006
18 Uhr

Programm
 
1. Antiphon: Moventur in aquis (Cantus firmus der Missa »Fontes et omnia«)
 
2. Christiaan van der Ameijden (um 1530-1605), Missa »Fontes et omnia«:
Kyrie, Gloria, Credo (zu 4 und 5 Stimmen)
 
3. Dr. Michiel Verweij, Der Komponist Christiaan van der Ameijden (Teil 1)

4. Christiaan van der Ameijden, Missa »Fontes et omnia«: Sanctus, Agnus 
Dei (zu 4, 5 und 6 Stimmen)
 
		Pause
 
5. Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525?-1594), Vestiva i colli
(Madrigal zu 5 Stimmen)
 
6. Christiaan van der Ameijden, Quel dolce suon (Madrigal zu 5 Stimmen)
 
7. Dr. Michiel Verweij, Der Komponist Christiaan van der Ameijden (Teil 2)
 
8. Christiaan van der Ameijden, Magnificat primi toni (zu 3, 4 und 6 
Stimmen)
 
 

Zur Biographie des Komponisten

Christiaan van der Ameijden wurde um 1530 im nordbrabantischen Städtchen
Oirschot geboren und am 7. September 1563 in Rom in die Cappella Sistina,
die päpstliche Privatkapelle, aufgenommen. Während einer Säuberungsaktion
im Jahre 1565 entließ man ihn am 17. September zunächst, ehe er dann am
21. September, offensichtlich auf persönliche Bitten von Papst Pius IV.,
wieder Mitglied der Cappella wurde. Von da an gehörte er bis zu seinem Tod
diesem berühmten Ensemble an. Als einziger Repräsentant der sogenannten
gallischen Nation, die Sänger aus Frankreich und den alten Niederlanden
vereinte, hatte er in den 1570er Jahren in der Cappella eine ganze Reihe
von Ämtern inne. Dies führte 1578 zu einer kleinen italienischen Revolte,
denn wegen des Rotationsprinzips, das jeder der drei Nationen (Italiener,
Spanier und Gallier) der Reihe nach ein bestimmtes Amt zuwies, hatten die
viel zahlreicheren Italiener dazu insgesamt seltener Gelegenheit. Auch
nachdem Ameijden 1588 von der täglichen Anwesenheitspflicht freigestellt
wurde, findet sich sein Name noch häufig in den Tagebüchern der Cappella.
1593 und 1594 war er Maestro di cappella und somit Kollege Giovanni
Pierluigi da Palestrinas, der diese Funktion an San Pietro innehatte. 1565
wurde van der Ameijden Mitglied der Bruderschaft des Campo Santo
Teutonico, wo er aber nie eine bedeutende Rolle gespielt hat. Viel
wichtiger war sein Beitritt zur Bruderschaft der Santa Maria dell'Anima im
Jahre 1574. 1583 wurde er auch zum Mitglied des Verwaltungsrates dieser
Bruderschaft gewählt. In den Jahren 1588, 1594, 1601 und 1604 war er dort
als provisor tätig, das heisst als Vorsitzender der Geschäftsführung. Van
der Ameijden starb am 20. November 1605 in Rom. Sein Grabmonument befindet
sich in Santa Maria dell'Anima.

Christiaan van der Ameijden ist der letzte päpstliche Sänger aus den alten
Niederlanden und bildet damit das Ende einer sehr ehrwürdigen Tradition,
die die alten Niederlande mit Rom verbindet. Schon seit den 1430er Jahren
waren große Komponisten aus dieser Region, beispielsweise Guillaume Dufay
und Josquin des Prez, in der päpstlichen Kapelle tätig. Palestrina und
seine Zeitgenossen, zu denen van der Ameijden gehört, führten das Erbe der
niederländischen Vokalpolyphonie fort.

Konzert und Symposion finden statt in der Via di Santa Maria dell´Anima
64, 00186 Roma
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Last updated Tue, 28-Mar-2006 13:33 GMT / AU
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