Department of Music

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Liszt and Europe
Weimar, October 1999





Internationales Symposion

Liszt und Europa

Weimar, 21. bis 24. Oktober 1999

Call for papers



Aus Anlaß des Festjahres Weimar 1999 - Kulturstadt Europas" plant das Institut für Musikwissenschaft der Universität Regensburg in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Franz Liszt" Weimar ein internationales Symposion Liszt und Europa". Das Symposion soll die Wechselbeziehungen zwischen Liszt und den nationalen Schulen in Europa thematisieren. Liszt wirkte nach den Jahren der Virtuosenreisen 1848-1861 in Weimar und trat hier für ein neues Kunstideal ein. Seine Aufführungen von Wagners Tannhäuser und Lohengrin waren gleichermaßen Ausgangspunkt für die europäische Wagner-Rezeption, wie sein Eintreten für die Programmusik und die Aufführung seiner eigenen Symphonischen Dichtungen Auslöser für eine intensiv geführte Diskussion um die Symphonik im späteren 19. Jahrhundert wurde. Liszts Idee der Symphonische Dichtung wurde von jungen Komponisten in zahlreichen Ländern Europas aufgegriffen und erfuhr dort jeweils ganz unterschiedliche Ausprägungen.

Liszt erhob mit seinem Weimarer Schaffen und Wirken den ebenso ehrgeizigen wie provozierenden Anspruch, gleichermaßen an die Ära Goethe-Schiller und an die Symphonik der Wiener Klassik anzuknüpfen. Weimar wurde nach der Ära Goethe schon bald erneut zu einem Anziehungspunkt für Künstler aus aller Welt. Als Pianist und Lehrer prägte Liszt mehrere Generationen europäischer Musiker, ja bis hin nach Amerika erstreckte sich seit den 1850er Jahren sein Einfluß. Die publizistischen Aktivitäten seiner Schüler trugen nicht unerheblich dazu bei, daß der Mythos Weimar nicht nur Musiker, sondern Intellektuelle ganz unterschiedlicher Herkunft wie zu Goethes Zeit in seinen Bann schlug. Vor diesem Hintergrund entstand ein reger Austausch mit den nationalen Schulen in Europa. Wesentliche Ideen lebten nach Liszts Weggang aus Weimar in der Konzeption der Tonkünstlerfeste des Allgemeinen Deutschen Musikvereins und in der Ära Richard Strauss weiter.

Nachdem 1996 auf dem Symposion der Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Liszts Weimarer Kreis und die Anhänger dieser sogenannten Fortschrittspartei im Mittelpunkt einer Tagung standen, soll das diesjährige Symposion den Wechselbeziehungen mit parallelen Entwicklungen in anderen Ländern Europas sowie den Nachwirkungen neudeutscher Ideen und Kompositionstechniken in den nationalen Schulen Europas gewidmet sein. Angestrebt wird, das sensible Thema der nationalen Schulen jeweils von einem Referenten aus Deutschland und einem Referenten aus dem betreffenden Land diskutieren zu lassen. Der Schwerpunkt dieses Symposions wird daher weniger auf ausführlichen Referaten liegen als auf der Mischung von eher thesenartigen Vorträgen (20 Minuten) mit Koreferaten und Diskussion.

Mit diesem call for papers soll jungen Musikwissenschaftler(inne)n und Historiker(inne)n aus den europäischen Nachbarländern Gelegenheit gegeben werden, eigene Beiträge zu diesem Symposion vorzuschlagen (Höchstalter: 32 Jahre). Die Auswahl erfolgt nach Sichtung der eingesandten Abstracts (max. 1 Seite). Den Referenten wird eine Reisebeihilfe gewährt, die einen Teil der Reisekosten deckt. Einsendeschluß: 30. Juni 1999.




Teilnehmerliste



Dieter Borchmeyer

Heidelberg

angefragt
Agustí Bruach

Barcelona/Regensburg

Deutsche Einflüsse auf die Ausbildung einer nationalen Schule der Symphonik in Spanien zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Stuart Campbell

Glasgow

The symphonic poem in the British Isles
Rossana Dalmonte

Trient

Liszt und die italienische Symphonik (angefragt)
Hermann Danuser

Berlin

Weltanschauungsmusik in der Neudeutschen Schule
James Deaville

Hamilton/Kanada

Liszts Symphonische Dichtungen in der Neuen Welt
Sieghart Döhring

Bayreuth

Smetanas Libue
Sabine Henze-Döhring

Marburg

Meyerbeer und die Weimarer Schule"
Mária Eckhardt

Budapest

Die zeitgenössische Rezeption der symphonischen Werke Franz Liszts in Ungarn
Damien Ehrhardt

Paris/Regensburg

Zur Rezeption neudeutscher Symphonik in Frankreich
Vladimir Gorrewitsch

St. Petersburg

Die Neudeutschen aus der Sicht der zeitgenössischen Presse in Rußland (angefragt)
Serge Gut

Paris

Berlioz und die Neudeutsche Schule
Thomas Kabisch

Trossingen

Musik in Paris - Franz Liszt - musique française: Einflüsse und Wirkungen
Irena Kaminiarz

Weimar

Die Tonkünstlerversammlungen des ADMV - ein internationales Forum zeitgenössischer Musik?
Evelyn Liepsch

Weimar

angefragt
Tomi Mäkelä

Magdeburg

Die Symphonik von Jean Sibelius und ihre neudeutschen Vorbilder
Milan Pospísil

Prag

Die Neudeutsche Schule und die tschechische Nationalmusik (angefragt)
Dorothea Redepenning

Heidelberg

Nationalepos und Volksmärchen als Paradigmen der Nationaloper und der nationalen Symphonik in Rußland
Albrecht Riethmüller

Berlin

Liszt, Heine, das Lied und Europa
Christian M. Schmidt

Berlin

Wagnerianier und Brahminen
Wolfram Steinbeck

Bonn

Was ist an Liszt (neu-) deutsch?
Gerhard J. Winkler

Eisenstadt

Die Liszt-Rezeption und die Neudeutschen in Österreich
Hon-Lun Yang

Hongkong

American overtures and symphonic poems and the German influence
N.N. (Historiker) Nationale Identität und Weltbürgertum im 19. Jahrhundert


Liszt und Europa

Weimar, 21. - 24. Oktober 1999

(Beginn: 21.10.19.30 Uhr - Ende: 24.10. 13.00 Uhr)

Programm und Zeitplan



Donnerstag, 21. Oktober 19.30 Uhr Eröffnungsvortrag und Konzert





Freitag, 22. Oktober 9.00 Uhr - 13.00 Uhr Symposion I

Liszt und die Neudeutschen: Geistes- und kompositionsgeschichtliche Voraussetzungen und Rezeption in Deutschland

Danuser, Gut, Kabisch, Kaminiartz, Schmidt, Steinbeck

14.30 Uhr - 17 Uhr Symposion II

Die Fortschrittspartei in Deutschland aus der zeitgenössischen Sicht des Auslands

Henze-Döhring, Gorrewitsch, Winkler

18.00 Uhr - 24.00 Uhr Liszt-Nacht

Konzert der Hochschule für Musik Franz Liszt"

(Klaviermusikzyklen Franz Liszts, u.a. mit Boris Bloch)





Samstag, 23. Oktober 9.30 Uhr - 13.00 Uhr Symposion III

Wechselbeziehungen zwischen den Neudeutschen und den nationalen Schulen in Osteuropa, den nordischen Ländern und Amerika

Deaville, Döhring, Eckhardt, Mäkelä, Pospisil, Redepenning, Yang



14.30 Uhr bis 18.30 Uhr Symposion IV

Wechselbeziehungen zwischen den Neudeutschen und den nationalen Schulen in Südeuropa, Frankreich und England

Bruach, Campbell, Dalmonte, Ehrhardt, Riethmüller





Sonntag, 24. Oktober 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr Schlußdiskussion

12.00 Uhr bis 13.00 Uhr Mittagessen



Die Symposien III und IV, die ergänzt werden sollen um Referenten aus dem call for papers, werden jeweils in zwei parallelen Sektionen organisiert.